Albert Einstein
| Vorname | Albert |
| Nachname | Einstein |
| Geburt | 14.03.1879 in Ulm (Deutschland) |
| Tod | 18.04.1955 in Princeton (USA) |
| Staatsangehörigkeit | Deutschland, später Schweiz, USA |
Sein Leben
Kindheit und Schule
Albert Einstein wurde am 14.03.1879 um 11.30 als erstes Kind von Herrmann und Pauline Einstein in Ulm geboren. Das Ehepaar - er, nach dem Abschluss der mittleren Reife und einer kaufmännischen Lehre inzwischen Mitbetreiber einer Bettfedernhandlung, und sie, aus vermögenden Kreisen stammend, fürsorglich, gebildet und eine begabte Klavierspielerin - hatte drei Jahre zuvor geheiratet und das dreistöckige Haus in der Bahnhofsstraße B135 bezogen, wo nun der kleine Albert zur Welt kam. Doch dies soll nur ein kurzer Aufenthalt werden, denn schon kurz nach seiner Geburt zog Einstein nach München, wo 1881 seine Schwester Maria zur Welt kam.Albert entwickelte sich langsam: mit zwei Jahren sprach er noch kein einziges Wort, beschäftigte sich ausdauernd alleine, jedoch nicht mit Sport, sondern in Ruhe beim Kartenstapeln, Puzzeln, etc... Doch irgendwann schien er seine sprachlichen Schwierigkeiten überwunden, formte komplizierte Sätze, die wirklich wohlüberlegt waren. (Er soll jeden Satz immer zweimal gesprochen haben: einmal zur Probe für sich selbst und einmal laut)
"Ich dagegen habe mich so langsam entwickelt, dass ich erst anfing, mich über Raum und Zeit zu wundern, als ich bereits erwachsen war. Naturgemäß bin ich dann tiefer in die Problematik eingedrungen als ein gewöhnliches Kind."Nach der Vorschule und dem Besuch der Katholischen Volksschule Sankt Peter ab 1885 (wo er gleich die zweite Klasse begann, weil er schon ein Jahr lang Privatunterricht erhalten hatte), wechselte Einstein 1888 an das Luitpold-Gymnaisum. Er hatte durchweg gute Noten (sowohl in den Naturwissenschaften, als auch den Sprachen), bearbeitete seine Hausaufgaben stets mit großem Engagement und hatte alles in allem (bis auf den Antisemitismus aufgrund seiner jüdischen Abstammung) nie irgendwelche größeren Probleme. Äußerst eifrig begann er, sich im Selbststudium durch die Werke von Alexander von Humboldt oder Aaron Bernstein zu arbeiten, woraufhin sich bei ihm eine unglaubliche Begeisterung für die Naturwissenschaft, hauptsächlich der Physik entwickelte.— Albert Einstein
"Ich bin fest davon durchdrungen, dass keine Reichtümer der Welt die Menschheit weiterbringen können. ... Kann sich jemand Moses, Jesus oder Ghandi bewaffnet mit Carnegies Geldsack vorstellen?"Trotzdem fühlte er sich in der Schule nicht wirklich wohl. Die Autorität der Lehrer und die militärische Weise, mit der sie auf dieser Autorität beharrten, waren Albert äußerst unangenehm und als ihn ein Lehrer einmal auf sein ablehnendes Verhalten ansprach, (Er wollte lieber eine Strafe über sich ergehen lassen, als etwas auswendig zu lernen. Ihn musste etwas faszinieren, damit er es aufnahm!) beschloss er im Dezember 1894, seiner Familie nachzureisen, die bereits im Juli aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nach Mailand gezogen war. So verließ er also Deutschland ohne Abschluss, im Januar 1896 gab er sogar seine deutsche Staatsbürgerschaft ab und lebte fünf Jahre komplett staatenlos. (Er hätte ansonsten als fahnenflüchtig gegolten)— Albert Einstein
Sein Ziel war die Aufnahme am Polytechnikum in Zürich, wo er auf eine Laufbahn als Professor für Theoretische Naturwissenschaften hoffte. So vertiefte er sich immer mehr in seine Bücher, fiel jedoch trotzdem wegen Problemen in den spachlich-historischen Fächern durch die Aufnahmeprüfung. Daraufhin besuchte er ein Jahr lang die Kantonschule von Aarau, wo er am 07.09.1896 seine Maturitätsprüfung (entspricht dem Abitur) als bester von neun Kandidaten ablegte - mit sehr guten Ergebnissen in Mathematik und Physik, sowie erneut als "ausreichend" bewerteten Leistungen in Französisch. (Letztere waren aber nicht ausschlaggebend, da Einsteins Ziele sowieso mathematischer und physikalischer Art waren)
Im Oktober 1896 begann er schließlich sein Studium am Polytechnikum, wo er auch seine spätere Frau Mileva Maric traf.
Der Weg zur Speziellen Relativitätstheorie
Während der Zeit am Polytechnikum widmete sich Einstein erneut dem Selbsstudium. Besonders beeindruckend fand er dabei die Theorie von James Clerk Maxwell über elektromagnetische Felder, die er in den Werken von Paul Drude und Heinrich Hertz genauestens analysierte und die für ihn die entscheidende Anregung zur Entwicklung seiner Speziellen Relativitätstheorie war.
"Es wird mir immer mehr zur Überzeugung, dass die Elektrodynamik bewegter Körper, wie sie sich gegenwärtig darstellt, nicht der Wirklichkeit entspricht."Am Polytechnikum lernte Einstein nicht nur Mileva Maric kennen - eine ebenfalls (und das wird oft vergessen) begabte Mathematikerin und ab 1903 auch seine Frau - sondern auch Marcel Grossmann und Michael Besso, die eine große Bedeutung für seine späteren wissenschaftlichen Leistungen haben sollten. Nach den Diplomarbeiten im Juli 1900 setzte sich Einstein erneut intensiv mit seiner Arbeit auseinander. Er schrieb seine ersten beiden Veröffentlichungen (über zwischenmolekulare Kräfte), die 1901 und 1902 in den Annalen der Physik erschienen. Währenddessen hatte er eine Stelle am Berner Patentamt erhalten, wofür er die schweizer Staatsbürgerschaft annehmen musste. Somit war er erstmals finanziell unabhängig, hatte zwar etwas zu tun, fand aber immer noch genug Zeit, um an seinen Studien weiterzuarbeiten.— Albert Einstein an Mileva Maric
"Ich hatte Gelegenheit, die Klarheit seines Geistes, die Weite seiner Sachkenntnis und die Tiefe seines Wissens zu würdigen. ... Man ist durchaus berechtigt, die höchsten Hoffnungen in ihn zu setzen und in ihm einen der führenden Theoretiker der Zukunft zu sehen."Und dann folgte das Jahr, das Einstein berühmt machte: 1905. In seinem Wunderjahr (lat. Annus mirabilis) veröffentlichte er innerhalb kürzester Zeit vier Arbeiten, jede davon revolutionär und genial.— Maria Curie 1911 über Einstein
Eine davon betraf die Brownsche Bewegung, die zitternden und regellosen Positionsänderungen von kleinsten Teilchen in Gasen oder Flüssigkeiten, und machte Einstein zum Mitbegründer der statischen Mechanik. Er hatte eine Beziehung zwischen den messbaren Bewegungen und den Eigenschaften der winzig kleinen Atome (deren Existenz damals noch nicht selbstverständlich war) hergestellt und Aussagen geliefert, die sich 1908 erstmals experimentell überprüfen ließen.
In einer weiteren Arbeit, die sich um Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen drehte, zeigte Einstein erneut, dass zum Berechnen einer nicht messbaren (weil mikroskopisch kleinen) Größe auch nur eine messbare makroskopische Größe nötig sein kann. Er betrachtete dazu die Viskosität (Zähigkeit) einer Lösung und konnte daraus das Gesamtvolumen der gelösten Moleküle berechnen. Dieser Text brachte ihm den schon lange verdienten Doktortitel ein.
Die nächste erwähnenswerte und unter dem Titel Über eine die Erzeugung und Verwandlung des Lichts betreffenden heuristischen Gesichtspunkt erschienene Arbeit betrifft den photoelektrischen Effekt und die Lichtquantenhypothese, die besagt, dass das Licht keine Welle ist, sondern aus Teilchen besteht. Daraus entwickelte sich später der Welle-Teilchen-Dualismus des Lichts, wonach das Licht als beides - Welle und Teilchen - beschrieben werden kann. Für dieses Werk wird Albert Einstein im Jahre 1922 der Nobelpreis verliehen.
Die letzte in dieser Reihe zu nennende und wahrscheinlich (zumindest vom Namen her) bekannteste Theorie ist die spätere Spezielle Relativitätstheorie, die unter dem Titel Zur Elektrodynamik bewegter Körper erschien. In ihr wird der Gegensatz der bisherigen Mechanik nach Newton und der Maxwellschen Theorie dargestellt. Verweise zu weiteren Informationen finden Sie im Bereich Weitere Ressourcen.
Die Familie
Ein Jahr nach der Heirat mit Mileva im Januar 1903 wurde der erste Sohn der Familie Einstein geboren: Hans Albert. 6 Jahre später kam der zweite Sohn Eduard zur Welt, doch verschlechterte sich die Beziehung der Eltern zunehmend. Einstein selbst trat seiner Frau gegenüber mit genau der Autorität auf, die ihm bei seinen Lehrern immer so verhasst war: er verfasste ein "Memorandum", das seine Ehe wie ein Arbeitsverhältnis regelte. Mileva hatte sehr wenig Rechte. (z.B. hatte sie keinerlei Zärtlichkeiten von seiten Alberts zu erwarten) Dieser Zustand ändert sich auch in seiner zweiten Ehe nicht und ist wohl einer der wenigen dunklen Flecken in Einsteins ansonsten so erstaunlicher Geschichte.Letztendlich endete dies mit der Trennung von Albert und Mileva im Juni 1914, woraufhin die Bahn frei war für eine Beziehung zwischen ihm und seiner Cousine Elsa, mit der er schon zuvor Liebesbriefe ausgetauscht hatte. Bis zur Scheidung vergingen nocheinmal fünf Jahre, bevor Elsa und Albert im Jahre 1919 endlich heirateten.
"Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht."— Albert Einstein
Die Allgemeine Relativitätstheorie
Am 25.11.1915 hielt Einstein an der Preußischen Akademie der Wissenschaften einen Vortrag über eine komplett neue Gravitationstheorie, besser bekannt als Allgemeine Relativitätstheorie, doch dauerte es bis zur ersten Bestätigung noch gut vier Jahre. Erst im Jahr 1919 konnte die Ablenkung von Lichtstrahlen im Gravitationsfeld der Sonne nachgewiesen werden. Über Nacht wurde Einstein berühmt, doch das Nobelpreiskomittee überging ihn immer wieder, bis man ihn im Jahr 1922 nachträglich für das Jahr 1921 auszeichnete - und dann nicht für seine Relativitätstheorien, sondern für die Lichtquantenhypothese von 1905. Dies ließ sich mit der Unfähigkeit des Komittees erklären, das einen Augenarzt zur Überprüfung von Einsteins Gedankengängen herangezogen hatte, dieser aber mit ihnen komplett überfordert war.
Im Exil
In den darauf folgenden Jahren unternahm Albert einige Auslandsreisen, hauptsächlich für Vorträge und hauptsächlich in die USA. Auf einer dieser Reisen wurde er 1933 von der Nachricht überrascht, dass die Nationalsozialisten in Deutschland die Macht übernommen hätten, woraufhin er beschloss nicht mehr nach Deutschland zurückzukehren. Er kündigte alle Mitgliedschaften im damaligen Deutschen Reich und lies sich in Princeton nieder, wo er zusammen mit seiner Frau Elsa bis zu seinem Tod lebte. Während dieser Zeit verfasste er noch einige wichtige Schriften wie das Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon oder eine Abhandlung über die linsenähnliche Wirkung von Gravitationsfeldern, die erklärte, wie ein solches Phänomen wie ein Einstein-Ring zustande kommt.Nach dem Abwurf der beiden Atombomben über Hiroshima und Nagasaki reagierte Einstein mit erhöhtem Engagement für den Pazifismus, für eine Weltregierung und für die Demokratie, weshalb er in der McCarthy-Ära intensiv überprüft wurde. Öffentlich rief er zum zivilen Widerstand gegenüber dem Senator Joseph McCarthy auf und setzte sich auch für andere verfolgte Physiker wie Julius Robert Oppenheimer ein.
"Ich habe mir fest vorgenommen, mit einem Minimum an medizinischer Hilfe ins Gras zu beissen, wenn mein Stündlein gekommen ist."Am 18.04.1955 starb mit Albert Einstein der wohl größte Physiker und einer der größten Naturwissenschaftler aller Zeiten. Nach seinem Tod im Princeton Hospital wurde er verbrannt und seine Asche, seine Genialität an einem unbekannten Ort verstreut.— Albert Einstein
Sein Werk
Die Relativitätstheorien haben großen Einfluss auf unser Leben. Systeme wie das Global Positioning System funktionieren nur unter der Berücksichtigung beider Theorien, was man als ihre indirekte Bestätigung verstehen kann, und Dinge wie ein Laser wären ohne Einsteins Vorarbeiten (er hatte im Jahr 1916 das Prinzip in einer seiner Arbeiten erklärt) wahrscheinlich nicht möglich geworden.Doch auch so wurde schon oft genug bewiesen, dass Einsteins Vorhersagen vollkommen richtig sind: mit Atom-/Cäsiumuhren wurde belegt, dass bewegte Uhren langsamer ticken als ruhende, wobei der Unterschied natürlich nur im Bereich von milliardensten Bruchteilen einer Sekunde lag (da man bei - im Vergleich zur Lichtgeschwindigkeit - geringen Geschwindigkeiten wie der eines Flugzeuges dieses Phänomen nicht so deutlich bebachten kann), doch eindeutig bewies, dass die sog Zeitdilatation, d.h. die Verlangsamung des Zeitablaufs in beschleunigten Systemen, existierte.
Ein anderes Beispiel sind die Vorhersagen bezüglich der linsenähnlichen Wirkung eines Sterns: Einstein behauptete, dass, wenn sich zwei Sterne direkt oder versetzt hintereinander befänden, das Gravitationsfeld des vorderen Sterns das ausgesendete Licht des hinteren derart stark ablenken würde, dass man es als eine Art Ring oder als Mehrfachbild beobachten könnte. Diese Vorhersage konnte lange Zeit nicht bestätigt werden, bis im Jahr 1979 eine solche Linse bei der Untersuchung von zwei sehr ähnlichen Quasaren entdeckt wurde, die - wie sich herausstellte - das Mehrfachbild von ein und dem selben Stern war, dessen Licht im Gravitationsfeld einer davor befindlichen Galaxie abgelenkt wurde.
Auch nicht zu vergessen ist Einsteins Nobelpreisarbeit, die die eigentliche Geburtstunde der Quantenphysik darstellte. Mit der Behauptung, dass Licht ein Teilchen sei und keine Welle, wandelte er auf den Spuren von Max Planck, der im Jahr 1900 die ersten Grundlagen hierfür gelegt hatte. Doch erst in der Bestätigung im Jahre 1916 durch Andrew Millikan und der Quantentheorie von Bohr und Heisenberg, fanden Einsteins Vorraussagen ihren krönenden Abschluss, und zwar mit der Entdeckung des Welle-Teilchen-Dualismusses des Lichts. (Licht kann also als Teilchen und als Welle beschrieben werden.)
Doch gibt es auch noch Dinge, deren Nachweis weiter aussteht. Einstein sagte z.B. die Existenz von Wellen vorraus, die durch beschleunigt bewegte Massen ausgesendet werden sollten. Diese sog. Gravitationswellen konnten bis heute noch nicht direkt nachgewiesen werden, doch Beobachtungen wie die Annäherung der beiden Sterne im Doppelpulsar PSR 1913+16, die sich in ihrer Größe vom dem nach der Allgemeinen Relativitätstheorie berechneten Wert um weniger als ein Prozent unterscheidet, lassen auf die wirkliche Existenz dieser Strahlungen schließen. (Für diese Beobachtung erhielten die zwei amerikanischen Astronomen Hulse und Taylor übrigens 1993 den Physik-Nobelpreis)
"Mit mir hat man seit dem Bekanntwerden der Lichtkrümmung einen Kultus betrieben, dass ich mir vorkomme wie ein Götzenbild!"Im Januar 2000 wurde Einstein vom Time Magazine zum Mann des Jahrhunderts gewählt, weil er das Genie unter den Genies war, welches allein durch Nachdenken entdeckte, dass das Universum nicht so ist, wie es uns scheint.— Albert Einstein
