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Satyendra Bose
Übersicht Person Familie Zeittafel Gallerie Weitere
Vorname Satyendra
Weitere Vornamen Nath
Nachname Bose
Geburt 01.01.1894 in Kalkutta (Indien)
Tod 04.02.1974 in Kalkutta (Indien)
Staatsangehörigkeit Indien
Satyendra Nath Bose war ein indischer Physiker, der u.a. mit Marie Curie und Albert Einstein zusammenarbeitete. Nach seiner Geburt am Neujahrstag des Jahres 1894, hatte er als eines von sieben Kindern und als einziger Junge in der Familie alle Vorzüge, die ihm sein Vater bieten konnte. Surendra Bose hatte seine Frau schon früh verloren, doch war trotzdem immer ein liebevoller und besorgter Vater geblieben, besonders seinem Sohn gegenüber, was auch dadurch bekräftigt wurde, dass ein bengalischer Astrologe im Jahr 1897 angeblich schon die spätere Intelligenz von Satyendra prophezeite.
Nach Besuch einer Art Volksschule, trat dieser im Jahr 1909 ins Presidency College in Kalkutta ein, wo er vier Jahre später die Abschlussprüfung als bester seines Jahrgangs bestand. (In den Jahren auf diesem College soll er einmal sogar 110 von 100 Punkten erreicht haben, weil er ein mathematisches Problem auf mehrere Arten löste!) Daraufhin begann er 1916 am University College Vorlesungen zu halten, hauptsächlich über die Entdeckungen Einsteins wie die Relativitätstheorie (die er in seine Landessprache übersetzte), aber auch zur Quantenmechanik.

Mit einem kurzen Artikel, der auch an Albert Einstein geschickt wurde, änderte sich im Jahre 1921 schlagartig der weitere Lebensweg Boses. Er hatte eine Quantenstatistik der Photonen erstellt, die Einstein anschließend weiter verfeinerte. Heute ist diese Statistik hauptsächlich als Bose-Einstein-Statistik bekannt, gerechtfertigt wäre hingegen auch nur Bose-Statistik, da er die Hautarbeit geleistet hatte. Einstein begann, die Theorie auch auf materielle Teilchen - also Atome - anzuwenden und erarbeitete dann zusammen mit Bose die Vorhersage eines sog. Bose-Einstein-Kondensats (BEC), ein Aggregatszustand, der bei sehr niedrigen Temperaturen entstehen würde und in dem sich die Vielzahl der Teilchen im quantenmechanischen Grundzustand befinden würde. Die Herstellung so eines Kondensats verlief lange Zeit erfolglos, bis es drei Physikern im Jahr 1995 gelang und sie dafür 2001 den Physik-Nobelpreis einheimsten.

In diesem Moment erkannte die Universität Dacca erstmals den Wert Boses und stellte ihn (auf Empfehlung Einsteins) als Professor ein. Im Jahr 1925 finanzierte sie ihm sogar eine Europareise, auf der u.a. mit Albert Einstein persönlich über die Theorie und seine Erkenntnisse diskutierte, aber auch so berühmte Physiker wie Werner Heisenberg kennenlernte. Auch in den Laboratorien von Marie Curie arbeitete er in dieser Zeit.
Im Jahr 1944 wählte man ihn zum Vorsitzenden des 31. Wissenschafts-Kongresses, eine große Ehre für ihn. Und im folgenden Jahr beendete er seine Arbeit an der Universität Dacca und begann eine Professur an der Calcutta University. 1958 ernannte man ihn zum Fellow of the Royal Socitey, London und wiederum ein Jahr später zum National Professor durch die inidische Regierung. Zu seinem 70. Geburtstag im Jahre 1964 erhielt er viele Glückwunsche anerkannter Physiker und einige von ihnen ließen es sich nicht nehmen, ihn mit einem Zeitungsartikeln oder anderen Publikationen zu ehren. Sogar die Ehrendoktorwürde der Universität Delhi wurde ihm in diesem Jahr verliehen.

1974, ein paar Wochen nach seinem 80. Geburtstag, erlitt der indische Physiker dann einen Herzanfall, von dem er sich nicht mehr erholen sollte. Am 4. Februar stirbt Satyendra Nath Bose - ein großer Verlust für die Physik und ein noch größerer Verlust für Indien, wo er mancherorts wie ein Volksheld verehrt wird.
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