Sigmund Freud
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06.05.1856 | Freud wird in Pribor, dem heutigen Freiberg (Mähren) geboren. Freiberg gehörte damals noch zum Kaiserreich Österreich-Ungarn. |
| 1859 | Umzug nach Leipzig später nach Wien | |
| 1865 | Freud kommt ans Gymnasium | |
| 1873 |
Schulabschluss (mit Auszeichnung) Beginn seines Medizinstudiums |
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| 1876 | Arbeit im physiologischen Laboratorium von Ernst Brücke (bis 1882) | |
| 1881 | Ende des Studiums der Medizin | |
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1882 | Bekanntschaft mit Martha Bernays, in die er sich verliebt und mit der er sich wenig später verlobt. |
| 1882 | Freud erfährt vom Fall der "Anna O.", die seit 1880 Patientin seines Feundes Josef Breuer ist. (Die in den meisten Schriften als "Anna O." bezeichnete und an schweren hysterischen Symptomen leidende Person, ist die spätere jüdische Frauenrechtlerin Bertha Pappenheim) | |
| 1883 | Arbeit am Wiener Allgemeinen Krankenhaus (bis 1885) | |
| 1884 |
Erforschung der Wirkung von Kokain - auch in Selbstversuchen. Seinen Freund Ernst Fleischl v. Marxow, den er mithilfe der Droge von seiner Morphiumsucht befreien will, macht er damit auch noch kokainabhängig, was er jedoch zu spät bemerkt. Den erhofften wissenschaftlichen Ruhm, auf den er mit 5 Arbeiten zwischen 1884 und 1887 hingearbeitet hat, streicht hingegen ein anderer ein. (Carl Koller für die Entdeckung der lokalanästhetischen Wirkung des Kokains am Auge) |
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| 1885 |
Studienreise nach Paris, wo er bei Jean-Martin Charcot Erfahrungen zu Hypnose und Suggestion sammelt. Zuvor wurde Feud zum Privatdozenten an der Universität Wien ernannt. |
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| 1885 | Vernichtung von privaten Aufzeichnungen, Briefen und wissenschaftlichen Arbeiten durch Freud. ("Die Biographen aber sollen sich plagen, wir wollens ihnen nicht zu leicht machen.") | |
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1886 | Heirat mit Martha und Eröffnung einer Privatpraxis. |
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1887 | Tochter Mathilde wird geboren. |
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1889 | Sohn Jean-Martin wird geboren. |
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1891 | Sohn Oliver wird geboren. |
| 1891 | Zur Auffassung von Aphasien erscheint. | |
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1892 | Sohn Ernst wird geboren. |
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1893 | Tochter Sophie wird geboren. |
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1895 | Tochter Anna wird geboren. |
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1895 | Publikation der Studien über Hysterie |
| 1896 | Weitegehende Ablehnung eines seiner Vorträge über die sexuelle Ätiologie von Hysterien von seiten der Zuhörerschaft. | |
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1896 | Sein Vater Jacob Freud stirbt. |
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1897 | Entdeckung des Ödipuskomplexes und dem großen Einfluss unserer Phantasien auf das Bewusstsein. |
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1899 |
Die Traumdeutung, an der Freud seit 1895 gearbeitet hat, erscheint, doch die Reaktionen auf das Buch enttäuschen ihn. Freuds "Traumbuch" gilt als seine deutliche Abkehr von der Medizin hin zu einer allgemeinen Psychologie (Normalpsychologie) und als eigentliche Geburtsstunde der Psychoanalyse. Hinweis: Da auf dem Umschlag der Traumdeutung die Jahreszahl 1900 abgedruckt ist, wird allgemein angenommen, dass das Buch in diesem Jahr auch erschienen ist. In Wirklichkeit fand die Publikation jedoch ein Jahr vorher statt. |
| 1901 |
Zur Psychopathologie des Alltagslebens erscheint. In diesem "Begleitstück" zur Traumdeutung erörtert er u.a. die Tatsache, dass es unmöglich ist, absichtlich "einen Unsinn zu komponieren", wie er sagt. (psychischer Determinismus) Im gleichen Jahr reist er auch nach Rom, um sich seiner Phobie zu stellen, die an sich recht ungewöhnlich ist, ihn jedoch bisher erfolgreich von der Ewigen Stadt ferngehalten hat. |
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| 1902 | Nach seiner Ernennung zum außerordentlichen Titular-Professor begründet Freud zusammen mit seinen ersten Schülern Alfred Adler, Max Kahane, Rudolf Reitler und Wilhelm Stekel die "Psychologische Mittwoch-Gesellschaft". | |
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1905 | Freud macht mit den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, sowie Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten in beeindruckender Weise auf sich aufmerksam. Auch ein Bruchstück einer Hysterie-Analyse wird veröffentlicht. |
| 1906 | Beginn der Freundschaft mit Carl Gustav Jung. | |
| 1907 |
Der Wahn und die Träume in W. Jensens "Gradiva" wird publiziert. Freud entdeckt hierbei die Parallelen von Menschheitsgeschichte (Pompeji - Gegenwart) und der Seelengeschichte des Einzelnen (Kind - Erwachsener). (Die "Gradiva" ist ein Bruchstück eines Reliefs aus dem 2. Jahrhundert und wird im Vatikanischen Museum in Rom aufbewahrt) Er lernt im selben Jahr auch noch seine seitdem zuverlässigste Mitarbeiter Karl Abraham und Max Eitington kennen. |
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| 1908 |
Die "kulturelle" Sexualmoral und die moderne Nervosität, sowie Über infantile Sexualtheorien, Charakter und Analerotik erscheint. Sándor Ferenczi wird einer von Freuds engsten Vertrauten. |
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| 1909 | Amerikareise von Freud (in Begleitung von C.G. Jung und Ferenczi), um an der Clark University einige Vorträge zu halten. Hiermit beginnt der internationale Siegeszug der Psychoanalyse. | |
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1910 |
Gründung der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (IVP). C.G. Jung - Freuds Lieblingsschüler - wird Vorsitzender. Über Psychoanalyse und Eine Kindheitserinnerung des Leonardo DaVinci werden veröffentlicht. |
| 1911 |
Alfred Adler verlässt die Vereinigung aufgrund theoretischer Differenzen bezüglich der Psychoanalyse. Freud publiziert Die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen Therapie, Formulierungen über die zwei Prinzipien des psychischen Geschehens und Psychoanalytische Bemerkungen über einen autobiographisch beschriebenen Fall von Paranoia (Dementia Paranoides). |
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| 1912 | Freud und Jung bewegen sich langsam auseinander. Deswegen wird ein geheimes Komitee gegründet, das de facto die Aufgaben von Jung übernehmen soll und somit an der Spitze der psychoanalytischen Bewegung stehen soll. In ihm sitzen die engsten Vertrauten Freuds (Rank, Eitington, Jones, Abraham, Sachs) und natürlich er selbst. | |
| 1913 | Totem und Tabu erscheint, in dem Freud seinen Konflikt mit Jung öffentlich darlegt. Am Ende kommt es zum Bruch zwischen C.G. Jung und Freud. | |
| 1914 | Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs ist Freud anfangs in voller Begeisterung für den Krieg. Doch nachdem auch seine Söhne an die Front berufen werden, die Patientenzahl immer weiter zurückgeht und er die schweren psychischen Schäden erlebt, die der Krieg hervorruft, verschwindet seine Euphorie zunehmend. Auch dass die Psychoanalyse in dieser Zeit einen sehr schweren Stand hatte, macht ihn weiter skeptisch. | |
| 1914 | Jung tritt als Präsident der IVP zurück. | |
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1915 | Die drei Werke Triebe und Triebschicksale, Die Verdrängung und Das Unbewusste erscheinen und gelten als welche der wichtigsten theoretischen Abhandlungen Freuds. Sie entstehen im Rahmen einer (geplant) zwölfteiligen Reihe zur Metapsychologie, von der aber nur fünf erschienen sind. Die anderen Exemplare gelten als verschollen, sofern sie überhaupt jemals geschrieben worden sind. |
| 1917 | Freud hält mitten im Krieg an der Wiener Universität einige Vorlesungen. Diese sind in Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse gesammelt. Sie gelten als in sich geschlossenes, formvollendetes Gedankengebäude, dass Freuds Lehre und deren Popularität gelungen zusammenfasst. | |
| 1918 | Gründung des Internationalen Psychoanalytischen Verlags, mit dem sich Freud ab sofort selbst um die Publikation seiner Schriften kümmert. Dass er diesen Schritt überhaupt gehen kann, verdankt er einer großzügigen finanziellen Zuwendung seines Freundes Anton von Freund. | |
| 1918 | Kriegsende | |
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1919 | Selbstmord von Freuds Schüler Viktor Tausk |
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1920 | Freuds zweite Tochter Sophie stirbt, ebenso Anton von Freund. |
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1920 | Jenseits des Lustprinzips erscheint im Internationalen Psychoanalytischen Verlag. In diesem Buch führt Freud den Todestrieb ein und weist ihm eine zentrale Position im menschlichen Triebleben zu. |
| 1921 | Massenpsychologie und Ich-Analyse erscheint. | |
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1923 | Das Ich und das Es wird veröffentlicht. Hier festigt Freud seine Ansicht über lebenserhaltende und lebenszerstörende Triebe, die das gesamte Sein des Menschen beeinflussen. |
| 1923 | Diagnose von Gaumenkrebs bei Freud und erste Operation. | |
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1925 | Tod von Josef Breuer und Karl Abraham. Bruch mit Otto Rank. |
| 1926 | Bis 1929 erscheinen weitere Schriften, wie z.B. Fetischismus, Der Humor, etc... | |
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1930 | Das Unbehagen in der Kultur erscheint. |
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1930 | Auszeichnung Freuds mit dem Goethe Preis der Stadt Frankfurt. Anna Freud, das einzige seiner Kinder, das seine Lehre vollends übernommen und angenommen hat, nimmt die Auszeichnung stellvertretend entgegen. |
| 1933 | Machtergreifung der Nationalsozialisten unter Adolf Hitler. Freuds Bücher werden diffamiert und im Mai schließlich verbrannt, ebenso wie die anderer jüdischer und nicht-nationalsozialistischer Autoren. | |
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1933 | Tod von Sándor Ferenczi, dem Freud einen Nachruf widmet. |
| 1936 | Liquidierung des Internationalen Psychoanalytischen Verlags durch die Nazis. | |
| 06.05.1936 | Freud wird achtzig Jahre alt, was Thomas Mann mit einem Festvortrag würdigt. | |
| 1938 | "Anschluss" Österreichs. Hausdurchsuchung bei der Familie Freud und Verhör von Anna durch die Gestapo. Angesichts dieser prekären Lage entschließt sich Freud zur Ausreise, was dank der Intervenierung verschiedener Staatschefs und anderer einflussreicher Persönlichkeiten auch gelingt. Nach kurzem Aufenthalt in Paris landet er letztendlich in London, wo er bis zu seinem Tod bleibt. | |
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23.09.1939 | Sigmund Freud stirbt nach der Zugabe mehrer Morphiumdosen, da er am Ende seines Lebens im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte sein will, der Krebs aber sein Werk vollendet. |



